Rätschgosche

Mitte der sechziger Jahre hatten Frauen keine Möglichkeiten sich aktiv an der Fasnacht zu beteiligen. Passiv war kein Problem, denn Arbeit für die Frauen innerhalb der Cliquen gab es zur genüge. Ellen Konowski war das nicht genug, sie wollte voll bei dem närrischen Treiben dabei sein. Einerseits wollte sie gerne in eine Weiler Clique, diese nahmen aber keine Frauen auf, anderseits gab es kein Häs das ihr passte. Mit ein paar mutigen und gewichtigen Damen beschloss sie, eine Clique nur für Frauen ab Konfektionsgrösse "46" zu gründen.Am 12. April 1971 fand die Gründerversammlung statt, anwesend waren: Liliane Domberger, Bethli Hoferer, Ellen Kontowski, Melitta Läubin, Regina Schneider und Erna Weiß. Den Namen für diese Clique zu finden war nicht schwer, überall wo mehrere Frauen zusammen sind wird gerätscht, so entstanden die Wiler Rätschgosche. Als "Oberrätschi" wurde Ellen Kontowksi gewählt. Statt Holzmasken entschied man sich, Larven in Basel machen zu lassen, das Häs sollte kariert, schlicht und fraulich aussehen. 1972 übernahm Erna Weiß das Kommando als "Oberrätschi". 1972 veranstalteten die Rätschgosche den ersten Kinderumzug und 1973 wurde bereits das erste Frauenrecht im Schwanensaal abgehalten, unter dem Motto: "Im Schwane hän mir Fraue recht, wenn au nur am Frauerecht". Bis heute halten die Rätschgosche am Aschermittwoch ihr Frauenrecht mit einem kleinen aber feinen Programm ab, Männer sind mittlerweile willkommen doch müssen sie einiges über sich ergehen lassen. nach 25 Jahren Schwanensaal wechselten die Rätschgosche die Räumlichkeiten, so findet das Frauenrecht seit einigen Jahren im Alten Rathauskeller statt. Auch am Strassenfest sind die Rätschgosche vertreten.